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Unterrichtsentwicklung

Nicht  ideologische  Konzepte  (Paradigma)  und  nicht  die  Merkmallisten  guten  Unterrichts  machen  guten  Unterricht,  sondern  die  alltägliche  harte  professionelle  Arbeit  am  Lerner  und  mit  dem  Lerner  an  der  Sache  in  einer  Lerngruppe  in  der  mit  Anstrengung  und  Konsequenz  eine  Lernkultur  aufgebaut  wurde.
Prof. Leisen

Erziehungswissenschaftler

Einführung

Prof. Leisen bezieht sich auf seinen Rückblick der letzten 40 Jahre:

  • Vor vierzig Jahren war das der lernzielorientierte Unterricht,
  • vor dreißig Jahren der handlungsorientierte Unterricht und der Projektunterricht,
  • vor zwanzig Jahren die Wochenplanarbeit, die Freiarbeit und der fächerübergreifende Unterricht,
  • vor zehn Jahren der kompetenzorientierte Unterricht
  • und heute der individualisierte Unterricht
  • und morgen …

Unterrichtsentwicklung wird auch in Zukunft zu den großen und tragenden Säulen der Qualitätsentwicklung im Bildungswesen gehören. Die vielen Herausforderungen, beispielsweise der relativ große Teil an Schülern, die Ende der regulären Schulzeit zu geringe Kompetenzen aufweisen, die Notwendigkeit, Schüler aus bildungsfernen Familien oder mit Migrationshintergrund besser zu fördern oder die Leistungsbeurteilungen klassen- und schulübergreifend vergleichbarer zu machen, können nur erfolgreich bearbeitet werden, wenn sich Unterricht und Kompetenzen der Lehrpersonen verbessern. Hierzu sind Impulse aus dem gesamten Bildungswesen wichtig, von der Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen über die eingesetzten externen Monitoringinstrumente bis hin zu den Unterstützungs- und Förderungsstrategien in einzelnen Schulen und ihren Kapazitäten, die eigene Arbeit zu reflektieren und weiterzuentwickeln.

Das Prozessmodell

Das Prozessmodell „Auf dem Weg zum kompetenzorientierten Unterricht – Lehr- und Lernprozesse gestalten“ ist ein Lehr-Lernzyklus mit fünf Handlungsfeldern und zielt darauf ab Lehrenden und Lernenden bezogen auf einen an Kompetenzen orientierten Unterricht ein Handlungsgerüst zur Verfügung zu stellen.

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Lernen sichtbar machen

Ein guter Lehrer setzt hohe Erwartungen. Er schafft ein fehlerfreundliches Klima in der Klasse, stellt auch sein Handeln immer wieder infrage, evaluiert seinen eigenen Unterricht fortlaufend und arbeitet mit anderen Lehrern zusammen.

Wir brauchen Lehrer, die Unterricht nicht als Monolog sehen, sondern als Dialog, die immer und immer wieder im Schüler etwas suchen, wovon keiner etwas weiß und woran schon keiner mehr glaubt, die mit Leidenschaft und Kompetenz von ihrem Wissen, aber auch ihrem Leben erzählen. (John Hattie)

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Flipped classroom

„Das umgekehrte Klassenzimmer“ ist eine Unterrichtsmethode, in der die üblichen Aktivitäten innerhalb und außerhalb des Klassen­zimmers „umgedreht” werden (daher die – allerdings selten verwendete – deutsche Bezeichnung „umgedrehter Unterricht”).
Die ursprüngliche Idee ist, dass die Lehrer ihre Vorträge, die sie sonst als Frontalunterricht vor den Schülern halten, nun aufnehmen. Es könnte auch eine Unterrichtsstunde live aufgenommen werden. Oder: Die Lehrkraft “hält” zu Hause am Computer eine “Stunde” und nimmt sie mit einer geeigneten Software auf. Die Filme oder Screencasts werden im Internet zur Verfügung gestellt. Die Schüler erhalten die Hausaufgabe, sich einen Film anzuschauen und sich ggfs. Fragen zu überlegen. Die Lehrkraft stellt den Schüler*innen in dem sich anschließenden Unterricht differenzierende Aufgaben, um sich ein Bild über den Lernfortschritt machen. Dabei entsteht auch der Freiraum für die Lehrkraft, auf die Fragen einzugehen. Es werden also Unterricht und Hausaufgaben vertauscht.

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